Alles auf einen Blick1. Sortieren Sie Ihre Gedanken, und spinnen Sie rote Fäden! - Der Aufbau von Texten ist
zwar nicht unwichtig, insgesamt aber zweitrangig.
- Der Leser liest den Aufbau nicht mit, sondern immer nur einen Gedanken auf einmal, und alle Gedanken nacheinander.
- Grundsätzlich gilt: erst Ordnung im Kopf, dann auf dem Papier.
- Überlegen Sie vor dem Schreiben grob den Aufbau dessen, was sie schreiben wollen.
- Legen Sie einen roten Faden fest: eine Frage, ein Thema oder eine Botschaft
- etwas, das den Text von Anfang bis Ende durchzieht. - Sortieren Sie Ihre Informationen, Gedanken und Ideen, und bringen Sie alles in eine sinnvolle Reihenfolge.
- Schaffen Sie die schulische
Einleitung ab und eine originelle Eröffnung herbei.
- Schließen Sie Ihren Text ab mit einer Zusammenfassung, einem Ergebnis, einer Anekdote oder einem Wunsch.
2. Verwöhnen Sie die Augen! - Gliedern Sie Ihren Text optisch, und machen Sie seinen Aufbau damit
für den Leser leichter nachvollziehbar.
- Gliedern Sie Ihren Text mit Überschriften
- auch zwischendurch!
Investieren Sie ausreichend Zeit in deren Formulierung. -
Setzen Sie regelmäßig und sinnvoll Absätze, damit das Auge des Lesers
Punkte hat, an denen es kurz ausruhen kann, ohne den Anschluss zu
verlieren.
- Mit Spiegelstrichen, Punkten oder Nummerierung erhält der Leser Informationen kompakt und übersichtlich.
3. Setzen Sie Zeichen! - Die Zeichensetzung sollte korrekt sein.
- Sie sollten das vollständige Instrumentarium der zur Verfügung stehenden sieben Satzzeichen
ausschöpfen.
- Nur mit großer Vorsicht einsetzen sollte man das Ausrufezeichen, Klammern, zwei Bindestriche mitten im Satz und drei Punkte am Satzende.
- Nutzen Sie außer Punkt und Komma unbedingt auch das Semikolon, das Fragezeichen, den Gedankenstrich und besonders den Doppelpunkt.
-
Faustregel: Wer nicht auf jeder DinA4-Seite
jedes Satzzeichen mindestens einmal verwendet, hat Spannung und Melodie
verschenkt - und somit etwas falsch gemacht.
4. Kämpfen Sie sich durch den Zahlendschungel! -
Zahlen lassen sich in Ziffern oder in Buchstaben schreiben.
-
Die alte Setzerregel sollten Sie vergessen.
-
Was verglichen werden soll, wird gleich geschrieben, entweder durchweg in
Ziffern oder durchweg in Buchstaben.
-
Was nicht verglichen werden soll, wird ungleich geschrieben
- bei zwei verschränkten Zahlenreihen also eine in Ziffern und die andere
in Buchstaben. - Übersetzen
Sie Zahlen der Anschaulichkeit wegen am besten in Bilder.
5. Sie sollten salzen und pfeffern!
- Es gibt keine verlässliche Anleitung
dafür, wie man seinen Text am besten und originellsten aufwertet
– Sie müssen spontan und experimentierfreudig sein.
- Bei jeder Idee sollten Sie aber gut
überlegen, ob diese tatsächlich geeignet ist und ihr Ziel auch nicht
verfehlt.
- Versuchen Sie, möglichst realistisch
einzuschätzen, ob der Leser Ihre Idee auch wirklich versteht.
- Ein Wortspiel ist nur dann gut, wenn es
vom Leser auch erkannt und verstanden wird.
6. Schreiben Sie für die Ohren! - Als eine der obersten Regeln guten Stils gilt bis heute: Schreibe, wie du sprichst.
-
Versuchen Sie beherzt, die Vorzüge des
Mündlichen in die Schrift zu übernehmen:
das Frische, das Spontane, das Ungekünstelte. -
Kultivieren Sie aber auch liebevoll die
Vorzüge der Schriftsprache.
-
Vergewissern Sie sich unentwegt, dass das,
was Sie niedergeschrieben haben, auch natürlich (!) klingt.
-
Machen Sie sich folgende fundamentale Regel zur Gewohnheit: Schreibe für
die Ohren!
- Die Qualität Ihres Textes können Sie am besten
prüfen, indem sie laut lesen, was Sie geschrieben haben.
7. Sie müssen feilen, feilen, feilen! - Wenn Sie schreiben müssen, auf jeden Fall aber wenn Sie schreiben wollen, sollten Sie mindestens die Hälfte Ihrer Zeit
(wenn nicht noch mehr!) auf den wichtigsten Teil der Schreibarbeit verwenden: dem Basteln und Feilen am Manuskript.
- Die erste Fassung
eines Textes ist immer schlecht.
- Den Text zu überarbeiten, ist unentbehrlich – und unentbehrlich für diese Arbeit ist das laute Lesen.
- Schaffen Sie zuerst Distanz zu Ihrem Text, und sehen Sie ihn dann wieder und wieder auf Fehler durch, verbessern Sie unermüdlich, schreiben Sie gegebenenfalls neu.
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Gut überarbeitet ist ein Text nur dann, wenn die Endfassung kürzer ist als
die Erstfassung;
als Faustregel gilt hierbei: Anzahl der Wörter minus 10 Prozent. - Das Überarbeiten eines Textes ist mühselig, zeitaufwändig und
oft auch ärgerlich – aber immer notwendig.
- Letztlich hat der geschriebene Text wie aus einem Guss zu wirken.
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